Lichtempfindlichkeit verstehen und benutzen

Was ist Lichtempfindlichkeit ?

Bei knappen Licht, hebt die Kamera die Empfindlichkeit automatisch an, oder man wählt einen höheren ISO-Wert, wenn man merkt, dass das Foto verwackeln könnte. Unter Qualitätsgesichtspunkten ist die automatische Empfindlichkeitseinstellung allerdings nicht das Mittel der Wahl.
Eine höhere Film "Empfindlichkeit" bringt körnigere Bilder mit sich. Bei Digitalkameras sorgt eine Erhöhung zu mehr störendem Rauschen im Bild. Die grieselige Struktur mit unregelmäßig verteilten bunten Bildpunkten fällt besonders in einfarbigen, dunkleren Flächen auf. Durch die elektronische Verstärkung des nutzbaren Signals wird das unvermeidliche Grundrauschen mit verstärkt. Mit steigendem Rauschen nimmt der Bildkontrast ab und die Auflösung sinkt. Bei einer Spiegelreflexkamera macht es sich aber bedingt durch den größeren Sensor und entsprechend größeren Pixeln nicht so störend bemerkbar wie bei anderen Digitalkameras. Der Belichtungsspielraum von Sensoren liegt etwa zwischen dem von Dia- und Farbnegativfilm.
Manche Digitalkameras verkleinern einfach das Bild um störendes Grundrauschen zu vertuschen, auch kein Königsweg.

Warum dann erhöhen ?

Kürzere Belichtungszeiten, stimmungsvolle Belichtung und unverwackelte Fotos, sind der Hauptgrund die Isos nach oben zu schrauben. Eine doppelte Empfindlichkeit bedeutet halbe Belichtungszeit, vierfacher ISO-Wert macht also ein Viertel der ursprünglichen Zeit bei gleich bleibender Blende. Bei wenig Licht versucht die Programmautomatik die Blende so weit zu öffnen, wie es geht, daher besteht diese Gefahr bei wenig Licht kaum.
Zum Schutz vor verwackelten Fotos empfiehlt es sich, bei Bedarf den ISO-Wert so weit zu erhöhen, dass Sie auf eine Belichtungszeit kommen, die nicht länger ausfällt als sich nach folgender Faustregel ergibt: "längste Belichtungszeit = 1/Brennweite (KB) .Bei 50 mm Brennweite an einer DSLR empfiehlt es sich wegen der Brennweitenverlängerung (Faktor 1,5 bis 2) 1/125 s anstatt 1/6o s zu nehmen. Hat das Objektiv oder die Kamera einen optischen Bildstabilisator, kann man natürlich mit längeren Zeiten arbeiten. Ca. 2 Zeitstufen sollten machbar sein.
Oft wird bei neuerer Kompaktkameras, ein "digitaler Bildstabilisator angepriesen. Das ist nichts anderes als ein Anheben des Iso-Wertes, mit allen dazugehörigen Nachteilen. Einige digitale Kompaktkameras erkennen nicht nur Motivbewegungen, sondern sogar ihre Geschwindigkeit, und regeln danach den ISO-Wert gerade so weit hoch, wie es für eine "scharfe Zeit erforderlich ist. Das gibt es bei Spiegelreflexkameras (noch) nicht. Wenn man einen höheren ISO-Wert wählt und die Belichtungszeit konstant lässt, muss die Blende weiter geschlossen werden und schon hat man mehr Schärfentiefe. Umgekehrt ist es sinnvoll, den kleinstmöglichen ISO-Wert zu wählen, wenn man möglichst wenig Schärfentiefe haben will. So kann man die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Detail lenken und den Rest unscharf halten. Eine längere Belichtungszeit bei niedrigerem ISO-Wert macht auch Sinn bei "Mitziehern", bei denen man z. B. ein fahrendes Auto fotografieren will.

Lichtempfindlichkeit beim blitzen

Mit erhöhen der Empfindlichkeit lässt sich die Blitzreichweite vergrößern. Doppelte ISO-Zahl bedeutet 1,4-fache Maximal-Reichweite. Die Stärke der Empfindlichkeit ist auch dafür verantwortlich, in welchem Maße das Umgebungslicht neben dem Blitzlicht zur Geltung kommt. Eine höhere ISO-Vorgabe bei gleicher Blitzblende und Belichtungszeit führt dazu, dass das natürliche Licht stärker im Bild sichtbar wird. Das Bild wirkt natürlicher, und nicht vom Blitz erfasste, dunkle Motivbereiche zeigen meist mehr Zeichnung.
Falls das Rauschen im späteren Foto doch störend ausfällt, hat man noch
immer die Möglichkeit störendes Rauschen am PC zu entfernen. Dafür gibt es eine Reihe hilfreicher Werkzeuge. Ein Foto mit leichtem Rauschen ist schließlich besser als ein verwackeltes oder gar nicht gemachtes Foto. Besser als eine ISO-Erhöhung ist es, ein lichtempfindliches Objektiv (F1.4 oder F1.8) zu verwenden. Im Zweifelsfall muss dann das Stativ herhalten.